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Hans Krenn wurde 1935 in Donnerskirchen geboren. Seit der Jugend ist er bildnerisch und literarisch tätig, seit 1976 schreibt er seine Texte fast ausschließlich in der burgenländischen Mundart. Außerdem beschäftigt er sich mit Malerei, Ikonen und Grafik und ist seit 2001 Mitglied im Künstlerkreis IMAGO der Erzdiözese Wien mit Ausstellungen im In- und Ausland. Seine literarischen Arbeiten veröffentlichte er im Rundfunk, in Zeitschriften und Anthologien. Texte in Mundart (auch Audio) und Bilder zum Kreuzweg sind auch im Internet abrufbar. 
Bücher und Beiträge (Auswahl):  Haond afs Herz (Welsermühl, 1980), Gspiast wos davon? Texte um den Advent (Welsermühl, 1987), Texte zur Passion (1988), Va Joah(r) za Joah(r) (2012), Umi za dir (edition lex liszt 12, 2015). 

Mei(n) Dorf


I mog dih, mei(n) Dorf,
in da Friah und af dʼNocht,
ob da Wintawind waht,
ob die Summasunn locht.
Wann da Hiarigst dih
hinta sein Nebü vasteckt,
wann da(r)ʼs Fruihjoah(r)
an Keaschtnbliah-Kraonz umalegt.
Wann da Wein reift im Kölla,
wannʼs Law rauscht und follt,
wann da Rauhreif dih ziert
und da Weihnochtsstern strohlt.
Ob iʼs stoulz aussasog,
oda denk in da Gʼhoam,
i mog dih, mei(n) Dorf,
wal do bin i dahoam.
 
Aus dem Buch:
© edition lex liszt 12, 2015


So a Wort

 
So a Wort
is wia Öl af a Wundn,
is Liacht
in va(r)zweiltn Stundn,
a Pfeil,
der in dih einifoahrt,
und oft nix wia Luft,
so a Wort.
Ohni Denga
hingsogt
und davo(n).
 
Dei(n) Wort,
nir af dih kimmt's drauf ao(n).
 

Noh unlängst


Noh unlängst san die Wüldgäns gflogn
Im Nebü ba da Nocht.
Da Wind is durch 'n Tia(r)spolt zogn,
hot eahnan Schroa miteinatrogn.
Host dih ins Ofawinkerl gmocht
und gwocht.

Hiatz siach i dih scho(n) oft im Goartn,vorm Fensta af da Baonk.

Wia sih die Sunnstrohl driwabroatn,
is jeda Grosholm voulla Woa(r)tn.
Bold steht er wieda schlaonk und blaonk.
Gott sei Daonk.

Aus dem Buch:
Umi za dir
Gedichte und Prosa in burgenländischer Mundart
© edition lex liszt 12, 2015

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